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Stress bewältigen und den Lebensstil ändern

Diagnose: Burnout. Nach einer Schrecksekunde sind viele Patienten erleichtert. Es fehlt Ihnen körperlich nichts, trotz der Symptome, die einen Herzinfarkt, ein Blutgerinnsel im Gehirn oder ähnlich dramatische Krankheitsbilder vermuten ließen. Auf die Erleichterung folgt oft die Erkenntnis, dass sich etwas ändern muss. Denn die Attacke war „ein Schuss vor den Bug". Die Warnung zu ignorieren bedeutet, möglicherweise bald ernste körperliche Folgen in Kauf zu nehmen.

Wer ausgebrannt ist, muss einmal gebrannt haben. Burnout trifft engagierte Menschen, die unter Druck stehen, oft aus verschiedenen Gründen: Unsere Arbeitswelt ist im Umbruch. Wer sich heute schon darauf festlegt, welchen Beruf er in zehn, zwanzig Jahren ausüben will, wird morgen vermutlich auf der Verliererseite sein. Berufsbilder wechseln rascher als jemals zuvor und auch private Lebenssituationen sind weniger vorhersehbar als noch vor einer Generation. Diese Veränderungen erzeugen Stress. Hohe Erwartungen und der steigende Konkurrenzkampf am Arbeitsmarkt tragen ihr Übriges dazu bei.

Burnout kann die Folge sein und oft erkennen Betroffene den Ernst der Situation erst dann, wenn körperliche Symptome auftreten.

„Es ist für mich abgelaufen, als wenn ich neben mir stehen würde, wie in einem Film. Innerhalb von Minuten ist es mir wirklich schlecht gegangen. Der Notarztwagen ist gekommen und der Hubschrauber entgegen geflogen, weil die Ärzte geglaubt haben, es ist ein Blutgerinnsel im Gehirn. Ich bin umgeladen, ins Krankenhaus Amstetten gebracht und durchuntersucht worden und habe das Glück gehabt, dass sie eigentlich nichts gefunden haben. Somit war die Diagnose eine stressbedingte Migräneattacke. Das wünsche ich mir eigentlich nicht mehr und seitdem hab ichs kapiert, dass ich am Lebensstil etwas ändern muss."

Ein ehemaliger Burnoutbetroffener

Dr. Regina Hochmair, auf psychosomatische Medizin spezialisierte Allgemeinmedizinerin:

„Das Leben für andere, für bestimmte Ziele lässt auf eigene Wünsche und Bedürfnisse vergessen, diese werden immer hintangestellt, bis der Betroffene sie gar nicht mehr kennt. Irgendwann kommt dann eine entscheidende Situation, die nicht mehr verstoffwechselt werden kann und der Patient spürt Symptome."

 

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